50+, über 10 Jahre bei der Stadt Winterthur und bereit unregelmässig zu arbeiten? - Pech gehabt.

Von: Georg Munz

Die Angestellten der Stadt Winterthur sehen sich mit zwei sehr schwierigen Themen konfrontiert. Zum einen die Revision ihrer Anstellungsbedingungen (Personalstatut) und zum anderen die erneute Sanierung der Pensionskasse.

Besonders hart wird es jene Angestellten treffen, die älter als 50 Jahre sind, seit mehr als 10 Jahren bei der Stadt Winterthur arbeiten und einen Job mit unregelmässigen Arbeitszeiten ausführen.

Sowohl im Rahmen der Revision des Personalstatuts, wie auch bei der Sanierung der Pensionskasse müssen diese Angestellten mit klaren Verschlechterungen rechnen.

Revision Personalstatut:
Nach dem Willen des Stadtrates sollen die städtischen Anstellungsbedingungen moderner und flexibler werden. Für die Angestellten über 50 Jahre und mit mehr als 10 Jahren Diensttreue bedeutet es in erster Linie eine deutliche Verschlechterung ihrer Anstellungsbedingungen. Sie verlieren ihr Dienstaltersgeschenk, der Kündigungsschutz wird massiv reduziert und die Chance auf Lohnmassnahmen wird noch geringer. Zusätzlich verlieren jene mit unregelmässigen Arbeitszeiten ihre Entlastungstage (eben jene Tage, die dazu dienen sollten die Belastung durch die unregelmässigen Arbeitszeiten etwas abzufedern).
Von der geplanten 5. Ferienwoche werde diese Angestellten nicht profitieren. Die Angestellten über 55 Jahre kennen zu recht jetzt bereits die 5. Ferienwoche, die Angestellten zwischen 50 und 55 Jahre gewinnen auf rund der Streichung der Dienstaltersprämie überhaupt nichts.
Der VPOD hat im Zuge der Vernehmlassung bereits verschiedene Änderungsanträge erfolgreich eingebracht, dennoch sehen wir uns gezwungen zwei weitere Anpassungen zu fordern

  1. Beibehaltung der Entlastungstage für unregelmässige Arbeit.
  2. Einführung einer Übergangslösung, welche die Abschaffung der Dienstaltersprämie etappenweise vollzieht.

Pensionskasse:
Mit einer Kombination aus zusätzlichen Mitteln von der Stadt und einem massiven Leistungsabbau, soll die Pensionskasse der Stadt Winterthur saniert werden.
Wie es aussieht, werden die städtischen Angestellten für die Versäumnisse der früheren Verantwortlichen bluten müssen. Der Leistungsabbau ist auch hier gerade bei den über 50-Jährigen am stärksten. Die zukünftigen Renten dürften um bis zu 13 Prozent sinken, Hinterlassenenrenten von bereits bestehenden Renten werden ebenfalls gekürzt. Zudem wer-den die Aktiv-Versicherten mit höheren Beiträgen konfrontiert sein, was einer Kürzung des Nettolohns entspricht.
Eine weitergehende Verschlechterung, als sie der Stiftungsrat und der Stadtrat schon kommuniziert haben, wird der VPOD nicht hinnehmen.

Ergänzende Fakten:
Laut Personalcontrolling der Stadt Winterthur aus dem Jahre 2016 sind 39.7% der städtischen Angestellten älter als 50 Jahre und das durchschnittliche Dienstalter liegt bei 10.4 Jahren.

Georg Munz, Regionalsekretär

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