Verschwendung statt Kosten sparen

Von: Roland Brunner

Die Gesundheitsdirektion hat heute eine Studie der ZHAW vorgestellt, die Handlungsempfehlung zur Beeinflussung der Kostenentwicklung beinhaltet. Aber sie zielt am Problem vorbei.

Der VPOD hält fest, dass es im Gesundheitswesen keine Kostenexplosion gibt, sondern dass sich die Kosten für die Gesundheitsversorgung insgesamt nur leicht über der Entwicklung der Wirtschaft und der Bevölkerungszahlen bewegt. Was explodiert sind die individuellen Kosten der Krankenkassenprämien und der Belastungsdruck für das Personal.

Da die Studie der ZHAW die Kostenentwicklung nicht differenziert, sind auch die Empfehlungen undifferenziert. Die Empfehlung der «Liste ‘Ambulant vor stationär’» beispielsweise kann zwar zu einer Senkung der Behandlungskosten insgesamt führen, da ambulante Behandlungen aber zu 100% von den PatientInnen getragen werden müssen (über Krankenkassenprämien und Selbst­behalt), führt dies zu einer weiteren Kostenexplosion für die Versicherten. Der Kanton kann mit dieser Massnahme also auf Kosten der Versicherten sparen.

Eine weitere fehlende Differenzierung betrifft die Kostentreiber im Gesundheitswesen: Das auf Konkurrenz angelegte Gesundheitswesen, das mit der Spitalplanung und -finanzierung über die Fallpauschalen geschaffen wurde, verheizt Millionen in unsinnigen Projekten. Vom Circle am Zürcher Flughafen, über Luxus-Bettenhäuser vor allem für Privatversicherte bis zu den enormen Werbe- und Marketingkosten, mit denen Spitäler gegeneinander um ihren Anteil am Versorgungskuchen kämpfe, verschleudern Geld, das dann für genügend gut qualifiziertes Personal und gute Anstellungsbedingungen fehlen.

Auch im Gesundheitswesen geht es also nicht einfach darum, wie viel etwas kostet, sondern
ob damit auch eine gute Gesundheitsversorgung sichergestellt wird. Der VPOD fordert ein Gesundheitswesen, das kooperativ im Interesse der Pflegenden und der zu pflegenden PatientInnen funktioniert, anstatt der Konkurrenz- und Marktideologie zu frönen und damit Millionen zu verschwenden.

Für Rückfragen: Roland Brunner, Regionalsekretär VPOD

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