Kinderbetreuung

Demo für die Kinderbetreuung am 26. September 2020 in Zürich.

Kitas sind systemrelevant – die grosse Erkenntnis der letzten Monate für all jene, die das nicht schon längst wussten. Wer aber die neue Verordnung über die Tagesfamilien und Kindertagesstätten (VTAK) liest, glaubt im falschen Film zu sitzen. Der Kanton verkennt die Zeichen Zeit und verpasst es, Grundlagen für die dringend notwendige Qualitätsentwicklung zu schaffen.

Vor gut einem Jahr haben der VPOD und die Trotzphase der kantonalen Bildungsdirektion die Petition «Weil Kinder mehr Zeit brauchen» übergeben. Kurz zuvor hatte der VPOD die Vernehmlassungsantwort zur VTAK eingereicht. In beiden Fällen geht es um die bekannten Probleme: Den enorm hohen Anteil an unausgebildetem Personal, die finanziell begründeten Betreuungsschlüssel und die Ausbeutung von jungen Praktikant*innen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sowie die ungeregelten Arbeitsbedingungen im Allgemeinen. Der VPOD forderte für die VTAK u.a., dass zu den Bewilligungsvoraussetzungen für Kitas zwingend gehören muss, dass sozialpartnerschaftlich ausgearbeitete Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Zudem soll für pädagogische Aufgaben nur einschlägig ausgebildetes Personal eingesetzt werden dürfen und Praktikant*innen dürfen nicht an den Stellenschlüssel angerechnet werden.

In der neuen Verordnung ist nichts davon zu finden. Nach wie vor drückt sich der Kanton davor, Verantwortung für das Betreuungspersonal zu übernehmen und klammert die Arbeitsbedingungen komplett aus. Stattdessen will er «innovative Betreuungsmodelle» fördern. Bereits in der Vergangenheit hiess das «Vorgaben abbauen» – bspw. bezüglich der Ausbildungsanforderungen. Neu hat eine Regelgruppe 12 (bisher 11) Plätze. Qualitätsentwicklung geht anders! Nicht nur darum unterstützt und teilt der VPOD den Aufruf der Trotzphase zur Demo für die Kinderbetreuung am 26.09.2020 – Besammlung 13.30 Uhr beim Rathaus in Zürich. #KINDERBETREUUNGAMLIMIT

Mehr dazu auch bei der Trotzphase

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