Ideologie aus dem Hause Heiniger. Regierungsrat redet Krankenkassenprämien schön

Per Medienmitteilung teilt Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Heiniger mit, dass die Krankenkassenprämien im Kanton Zürich weniger steigen als im Durchschnitt der Schweiz. Und er liefert gleich auch noch seine Ideologie als Begründung: Einmal mehr soll es die unsichtbare Hand des Marktes gewesen sein.

Mit einer Prämiensteigerung von 3,6 Prozent für grundversicherte Erwachsene liege die Kostensteigerung unter den 4,0 Prozent im Landesdurchschnitt. Festgehalten wird auch, dass die Prämien für Kinder und Jugendliche noch deutlich weniger steigen als in der ganzen Schweiz. Und als Grund für das Zürcher Wunder bemüht RR Heiniger einmal mehr die „nachhaltige, patientengerechte und effiziente Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich“, die „wettbewerblichen Rahmenbedingungen“ zu verdanken sei.

Halten wir fest: Die Prämien steigen auch dieses Jahr wieder, obwohl RR Heiniger den Wettbewerb als Allheilmittel gegen die Kostenentwicklung angepriesen hat. Dass die Kosten für Grundversicherte, Kinder und Jugendliche dabei weniger wachsen als der Schweizer Durchschnitt ist erfreulich. Dass aber die Kosten für Versicherte mit höheren Franchisen oder für Versicherte mit Hausarztmodell zum Teil massiv darüber liegen, wird nicht erwähnt – wohl weil es nicht in Heinigers Markt- und Wettbewerbsideologie passt.

Tatsache ist, dass auch nächstes Jahr die Krankenkassenrechnung ein noch grösseres Loch ins Monatsbudget aller Personen und Haushalte reisst, während die Löhne – gerade auch der öffentlichen Angestellten, unter anderem des Gesundheitspersonals – seit Jahren stagnieren. Eine „nachhaltige, patientengerechte und effiziente Gesundheitsversorgung im Kanton Zürich“ sieht anders aus.

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