Umfrage bei den KandidatInnen für den Nationalrat: Wie halten Sie es mit dem Service public?

Der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD ist die Gewerkschaft im Service public und für den Service public. Im Hinblick auf die Nationalratswahlen 2015 hat der VPOD Zürich die KandidatInnen aller Parteien befragt: "Wie halten Sie es mit dem Service public?". Die Antworten sind spannend – und manchmal sogar unerwartet.

Insgesamt erhielt der Service public über alle Parteien und Bereiche hinweg sehr hohe Zu­stimmung. Mit einem möglichen Maximalwert von 4.0 und einem erreichten Durchschnittswert von 3,36 über alle antwortenden KandidatInnen und beantworteten Fragen hinweg geniesst der Service public breiteste Unterstützung. Aber die Unterschiede zwischen den Parteien und ihre Haltung gegenüber einzelnen Politikfeldern und Gesellschaftsbereichen sind doch klar erkenn­bar. Erwartungsgemäss liegt der Wert bei der SVP am tiefsten (2.14), während BDP (2.95) und glp (2.93) im Mittelfeld liegen. Die stärkste Unterstützung erfährt der Service public durch Grüne (3.52), SP (3.58) und AL (3.59). Gar keine Rückmeldungen kamen von FDP- und CVP-KandidatInnen.

Von den 54 antwortenden KandidatInnen sprachen sich 29 für einen Ausbau des Service public aus, 21 KandidatInnen wollen den Service public auf seinem heutigen Stand halten. Nur vier KandidatInnen plädieren für einen Abbau des Service public (3x SVP, 1x glp).

Absolute Spitzenwerte erreichten die Bereiche Grundschulbildung (216 Punkte / Durchschnitt 4.0), (Sicherheit (215/4.0), Wasserversorgung (214/3.9), Akutspitäler (211/3.9), Sozialhilfe (207/3.8) und öffentlicher Verkehr (205/3.5). Insgesamt gehören 28 der abgefragten 36 Bereiche mit einem Wert von 3.0 oder höher für die Befragten zum Service public. Einzig sieben Bereiche fallen unter einen Wert von 3.0 und sogar nur drei davon unter einen Wert von 2.5.

Das Gesundheitswesen gehört zu den Bereichen, die am klarsten als Service public definiert wurden. Auf die Frage, wieviel Markt es im Gesundheitswesen brauche, sagen 20 KandidatIn­nen, dass der Markt im Gesundheitswesen gar nichts zu suchen habe und 21 KandidatInnen meinen, dass es im Gesundheitswesen heute zu viel Markt gebe. 12 KandidatInnen wollen demgegenüber mehr Markt im Gesundheitswesen, aber niemand will diesen Bereich ganz dem Markt überlassen. 40 der antwortenden KandidatInnen stellen sich auch gegen die geplante Privatisierung des Kantonsspitals Winterthur KSW und der Integrierten Psychiatrie Winterthur ipw.

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