Abbau-Wahn macht blind

Von: Georg Munz

Es könnte eine erfreuliche Nachricht sein. 12,7 Millionen Franken Überschuss könnte ein tolles Rechnungsergebnis sein. Es ist aber ein Tiefschlag für alle Mitarbeitenden der Stadt Winterthur. Es ist ein unverständliches Ergebnis für all jene, die mit Ihren Leistungen dafür gesorgt haben, dass dieses Ergebnis möglich ist.

Wieso dieses Ergebnis als Tiefschlag und unverständlich bewertet werden muss, wird aus den Fakten rasch klar. Kumuliert hat die Stadt Winterthur seit 2012 einen Überschuss von 34,9 Millionen Franken erwirtschaftet. In dieser Zeit hat der Gemeinderat in seinem Abbau-Wahn jedes Jahr die Lohnmassnahmen für das Städtische Personal gestrichen. Jedes Jahr unter dem Verweis auf die dramatische Finanzlage der Stadt Winterthur. Auch für dieses Jahr hat der bürgerliche Gemeinderat die Lohnmassnahmen gestrichen wohlwissend, dass die letzte Personalumfrage eine deutliche Unzufriedenheit mit der Lohnsituation gezeigt hat. Wohlwissend, dass immer mehr Führungspersonen vor den wachsenden Lohnungleichheiten warnen. Wohlwissend, dass die Fluktuation unter den Mitarbeitenden deutlich gestiegen ist. Der VPOD hat gemeinsam mit den städtischen Personalverbänden Rekurs gegen diese Aussetzung der Lohnmassnahmen ergriffen und dieser Rechnungsabschluss gibt unserem Bestreben Aufwind. Bei einem Überschuss von 34,9 Millionen Franken kann in keinem Fall von einer dramatischen Finanzlage gesprochen werden, die ein Einfrieren der Löhne rechtfertigt.Dieser positive Rechnungsabschluss erreicht uns überdies in einem Zeitpunkt, in welchem der Stadtrat das Personalrecht revidieren soll, um weitere 5 Millionen Franken zu Lasten des Personals abzubauen. Unter anderem sollen der Kündigungsschutz verschlechtert, die Treueprämien gestrichen und die Lohnmassnahmen abgeschafft werden.Blindlings zerstört der bürgerliche Gemeinderat in seinem Abbau-Wahn die letzte Geduld der städtischen Mitarbeitenden. Jetzt muss damit Schluss sein. Der VPOD fordert:

  • Gewährung der Lohnmassnahmen 2015 und 2016
  • Kein 5 Millionen Franken Abbauprogramm bei der Revision des Personalrechtes
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