Lohnumfrage 2018: Grosse Unzufriedenheit und klare Forderungen

Von: Roland Brunner

Am 22. August haben VPOD und VPV eine breit angelegte Personal­umfrage lanciert. Nun liegen die Resultate vor.

7061 Personen haben an der Personalumfrage teilgenommen – knapp die Hälfte Angestellte des Kantons (49%) und gut die Hälfte Frauen (52,1%). Alle Alters- und Lohngruppen sowie Beschäftigungsgrade (Stellenprozente) sind vertreten. Die Umfrage widerspiegelt damit die Zusammensetzung des Personals, das die beiden Organisationen vertreten.

22% der Teilnehmenden geben an, seit 2010 nie eine Lohnerhöhung erhalten zu haben, weitere 31,1% erhielt seit 2010 eine einzige Lohnerhöhung. Je höher der Lohn und je höher der Beschäftigungsgrad, umso eher gab es eine Lohnerhöhung. Umgekehrt: Tieflohngruppen und Beschäftigte mit kleinen Teilzeitpensen sahen kaum je etwas von einer Lohnerhöhung. Bei den Einmalzulagen ist das Bild noch krasser: 54,6% der Teilnehmenden haben seit 2010 nie eine Einmalzulage erhalten! Und auch von denen, die eine Einmalzulage erhielten, war dies bei 58% seit 2010 ein einziges Mal der Fall. 57% dieser Einmalzulagen liegen zudem unter 1000 Franken, 27/ sogar unter 500 Franken. Entsprechend unzufrieden sind die Ange­stellten denn auch mit der Lohnentwicklung: Drei Viertel der Teilnehmenden geben an, mit ihrer Lohnentwicklung unzufrieden zu sein (24% sehr unzufrieden, 27% unzufrieden, 22% eher unzufrieden). Am höchsten ist dieser Anteil im Gesundheitswesen und bei den Ange­stellten mit über zehn Dienstjahren. Frauen, die eh schon mehrheitlich in den Niedriglohnbranchen beschäftigt sind, haben das Nachsehen.

Michèle Dünki-Bättig, Präsidentin der VPOD Sektion Zürich Kanton, hält zu diesen Resulta­ten fest: «Es ist Zeit, dass sich der Kanton als grösster Arbeitgeber endlich auch wieder um sein Personal kümmert. Wertschätzung für die Arbeit und eine faire Lohnentwicklung, aber auch eine zeitgemässe Ferienregelung und Altersvorsorge gehören dazu.

Auch VPV-Präsident Peter Reinhard, betont: «Es darf nicht sein, dass die Mehrheit der Mitarbeitenden im reichsten Kanton der Schweiz nicht von der Prosperität des Kantons profitieren kann. Das Geld ist eigentlich vorhanden, um allen eine angemessene Lohnentwicklung zu gewähren.»

Die Dokumentation der Personal-/Lohnumfrage 2018 als PDF (20 Seiten)

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