Ein schäbiges Geschenk

Der Regierungsrat will dem kantonalen Personal endlich die fünfte Ferienwoche gewähren, die in der Privatwirtschaft längst normal ist. Die Rechnung dafür sollen die Angestellten des Kantons aber selber bezahlen. Schäbig, sagt der VPOD.

Der Regierungsrat hält zurecht fest: «Im Vergleich mit grossen privaten Arbeitgebern, aber auch mit dem Bund, anderen Kantonen oder den Städten Zürich, Winterthur und Uster sowie weiteren Gemeinden hat der Kanton namentlich für Angestellte im mittleren Alter weniger zu bieten.»

Seit Jahren fordert der VPOD, dass dem kantonalen Personal endlich die zusätzliche Ferien­woche zu gewähren sei, die überall sonst längst Normalität ist. Auch der Regierungsrat sieht nun ein, dass er nicht ewig hinterherhinken kann, sondern dass er nachziehen muss, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Er plant deshalb, allen Angestellten mindestens fünf Wochen Ferien sowie den 50- bis 59-Jährigen eine zusätzliche Woche Ferien zu gewähren (ausgenom­men Lehrpersonen). Soweit so gut.

Schäbig ist aber, wie der Regierungsrat dieses Zugeständnis finanzieren will: «Da die neue Lösung zu keiner zusätzlichen finanziellen Belastung des Kantons führen soll, will der Regierungs­rat die wöchentliche Arbeitszeit jener Angestellten mit einer zusätzlichen Ferienwoche von 42 auf 42,5 Stunden erhöhen.» Er habe sich für «eine kostenneutrale Lösung entschieden, zu der er nun die Finanzdirektion mit einer Vernehmlassung beauftragt hat».

Nachdem der Regierungsrat 2017 (wesentlich mit Einsparungen beim Personal im Rahmen der «Leistungsüberprüfung 2016» LÜ16) einen Ertragsüberschuss von 367 Millionen Franken erwirt­schaftet hat, will er nun die Angestellten auch noch die Rechnung für diese längst überfällige Massnahme bezahlen lassen. Von 2010 bis 2016 hat der Kanton Zürich insgesamt 436 Mio. Franken auf Kosten der Angestellten eingespart. Im laufenden Jahr wurde die Teuerung nicht voll ausgeglichen, die Summe für Lohnerhöhungen wurde drastisch reduziert und die Erhöhung der Pensionskassenbeiträge wurde nicht ausgeglichen. Und jetzt dieser schäbige Vorschlag!

Michèle Dünki-Bättig, Präsidentin der VPOD-Sektion Zürich Kanton, hält fest: «Der VPOD wird im Rahmen der Vernehmlassung klar zum Ausdruck bringen, dass dieses schäbige Angebot so nicht akzeptabel ist. Die Ferienwoche muss kommen, aber nicht auf Kosten der Angestellten. Es ist offensichtlich: Das Geld ist vorhanden. Es fehlt der bürgerlichen Mehrheit aber bisher am guten Willen!»

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