Umsetzung Integrationsagenda

Von: Fabio Höhener

Die vom Bund beschlossene Integrationsagenda Schweiz sieht eine Erhöhung der Integrationspauschale für vorläufig Aufgenommene und Geflüchtete vor. Dadurch sollen definierte Integrationsziele erreicht werden. Die Umsetzung der Agenda obliegt den einzelnen Kantonen. Eine Anfrage im Kantonsrat verlangt von der Regierung Auskunft darüber, wie durch eine durchdachte und bedarfsgerechte Umsetzung, eine wirkungsvolle Integration und Ausbildung von jungen Geflüchteten gewährleistet werden soll und wie heute bestehende grosse Lücken geschlossen werden können.

Das Thema «Bildung und Berufsintegration von Geflüchteten im Kanton Zürich» ist vielen NGOs und auch dem VPOD Zürich Lehrberufe schon lange ein grosses Anliegen. An einem Runden Tisch zeigte sich, wie gross die Lücken heute noch sind, um die nun festgelegten Ziele in Bildung und Berufsintegration zu erreichen. Heute ist die Unterstützung der Bildung und Berufsintegration der Personen im Alter von 16-25 Jahren oft zu wenig intensiv und unkoordiniert. Zudem zeigen sich zwischen den Gemeinden enorme Unterschiede.

Ein kantonales Konzept für die Umsetzung der Integrationsagenda muss einen Ausbau der Bildungsangebote für junge Geflüchtete nicht nur in der «Erstintegration» – für den Erwerb von basalen Deutschkenntnissen und Allgemeinbildung –, sondern auch in integrationsorientierten Berufsvorbereitungsjahren und Integrationsvorlehrern bedeuten. Die Angebote sind so zu gestalten, dass sie vollzeitliches Lernen ermöglichen und sich bei Bedarf gut koordiniert über zwei bis drei Jahre erstrecken, damit der Eintritt in eine reguläre Berufslehre erreicht werden kann. Es sind so viele Plätze zu schaffen, dass alle jungen Geflüchteten mit Bildung versorgt werden können.

Zurzeit werden viele staatliche Aufgaben durch das Engagement von NGOs und zahlreichen Freiwilligen übernommen. Diese freiwilligen Angebote sollen und können nicht staatliche Aufgaben ersetzen, sondern füllen insbesondere Lücken in der Erstintegration und bei der Basisbildung. Angesichts der Arbeitsleistung von über 100'000 Stunden pro Jahr (Berechnungen VPOD), ergibt sich jährlich eine Wertschöpfung von mehreren Millionen Franken. Deshalb ist es entscheidend, dass das kantonale Konzept der Integrationsagenda auch das Wissen und die Arbeit der Freiwilligen und NGOs berücksichtigt. Dies unterstreicht auch Präsidentin der VPOD Sektion Zürich und Kantonsrätin Michèle Dünki-Bättig (SP Glattfelden): «Freiwilliges Engagement passiert naturgemäss ohne Entschädigung. Umso wichtiger, dass der Regierungsrat die Arbeit der Freiwilligen anerkennt, würdigt und ihre Erfahrungen im kantonalen Konzept berücksichtigt!»

Die Kantonsrätinnen Michèle Dünki-Bättig (SP), Karin Fehr (Grüne) und Kathrin Wydler (CVP) haben heute im Kantonsrat eine Anfrage betreffend Umsetzung der Integrationsagenda 2020 im Kanton Zürich eingereicht.

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