Lohnklasse 19 auf der Kindergartenstufe – für alle! Petition lanciert!

Von: Fabio Höhener

Heute Morgen hat die Bildungsdirektion den Monitoringbericht zur Situation im Kindergarten vorgestellt. Die gute Nachricht: Endlich folgt die Bildungsdirektion der Forderung des VPOD und gedenkt, die Kindergartenlehrpersonen in Zukunft eine Lohnklasse höher einzureihen. Skandalös: Die erfahrenen Lehrpersonen sollen leer ausgehen – schon wieder. Aus diesem Grund lanciert der VPOD bereits heute die Petition „Lohnklasse 19 für alle“!

Exakt eine Woche nachdem der VPOD Lehrberufe die Umsetzung der Frauenstreik-Forderungen verlangt hat, folgt die Bildungsdirektion der Gewerkschaft in einem wichtigen Punkt: Die Lohnklasse 19 auf der Kindergartenstufe kommt! Doch die Freude hält sich in Grenzen. Weit über die Hälfte aller Lehrpersonen werden von der überfälligen Lohnanpassung ausgeschlossen. Aktuell existiert im Kollegium ein Neben- und Miteinander von Lehrpersonen mit seminaristischer Ausbildung und Hochschulausbildung. Rund 60 Prozent der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe besuchten das Kindergartenseminar. Dabei handelt es sich weitgehend um ältere und erfahrene Lehrpersonen. Viele haben ihre Ausbildung abgeschlossen und wertvolle Berufserfahrung gesammelt, als die Pädagogische Hochschule noch gar nicht existierte. Trotz ihrer Treue gegenüber dem Zürcher Schuldienst, sollen sie weiterhin in der Lohnklasse 18 eingereiht bleiben. Eine Lohnklasse tiefer als die Primarlehrpersonen. Yvonne Tremp (54), Kindergartenlehrerin in Zürich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen: „Wir langjährigen Kindergartenlehrpersonen hatten damals nicht die Möglichkeit an der PH ein Studium abzuschliessen, trotzdem engagieren wir uns für unsere Kolleginnen als Ausbilderinnen im Rahmen der Berufspraxis.“

Der VPOD lehnt diese Ungleichbehandlung ab. Es geht nicht an, dass die Ungleichheit zwischen Kindergarten und Primarstufe aufgehoben und gleichzeitig die Ungleichheit innerhalb derselben Berufsgruppe geschaffen wird. Der Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit wird damit erneut verletzt. Für die berufserfahrenen und treuen Lehrpersonen ist der Vorschlag der Bildungsdirektion ein Hammerschlag. Nachdem den älteren Lehrpersonen unlängst bereits die Altersentlastung gestrichen wurde, sie keine zusätzliche Ferienwoche erhielten und sie in der Pensionskasse mit niedrigeren Leistungen rechnen müssen, werden sie erneut übergangen. So sieht es auch Sophie Blaser (27), Kindergartenlehrerin in der Stadt Zürich: „Zwar profitiere ich von der Lohnklasse 19, in meinem Berufsalltag profitiere ich jedoch vor allem von der Erfahrung meiner älteren Kolleginnen. Ich will die Lohnklasse 19 ohne Wenn und Aber für alle Kolleginnen, weil es schliesslich die gleiche Arbeit ist.“

Die erfahrenen Lehrpersonen auch noch aus den Schulklassen abzuziehen, damit sie an der PH erneut die Schulbank drücken, um eine Stufenerweiterung zu erhalten, ist nicht nur schulorganisatorisch ein Blödsinn. Auch die Kosten für Weiterbildung und Stellvertretungen sind bei Weitem besser in eine Erhöhung der Lohnklasse für alle investiert. Angesichts der steigenden SchülerInnenzahlen ist es dringend nötig, einerseits junge Lehrpersonen für die Kindergartenstufe zu gewinnen und andererseits die erfahrenen Lehrpersonen im Beruf zu halten. Die Lohnklasse 19 ist ein notweniger Schritt dazu.

Die Kindergartenlehrpersonen und ihre solidarischen KollegInnen aus den anderen Stufen können per sofort die Petition des VPOD “lohnklasse 19 für alle“ unterschreiben.

Informationen und Petition »www.vpod.ch/lohnklasse19/

Downloads
26.09.2019Unterschriftenbogen Petition Lohnklasse19PDF (83 kB)
Diese News als PDF