Grünliberaler Rasenmäher

Im Zürcher Kantonsrat hat die Budgetdebatte begonnen. Einmal mehr tut sich dabei die Grünliberale Partei hervor mit einem Sparantrag auf Kosten des Personals (Leistungsgruppe 4950). Andi Dauru, SP-Kantonsrat und vorheriger Präsident der VPOD Sektion ZH Kanton, hält dagegen. Hier sein Votum.

Sehr geehrter Herr Ratspräsident, Sehr geehrter Herr Finanzdirektor
Sehr geehrte Damen und Herren

Die Modernisierer des Personalgesetzes aka die GLP kommt nun wirklich mit dem schicken Rasenmäher angefahren und setzt die Charmeoffensive gegenüber dem Staatspersonal fort:

Dieses Mal sollen es 0,6 % oder aber 11 Millionen 657 Tausend 316 Franken sein, die auf dem Rücken des Personals gespart werden.

Der Antrag der GLP zeigt vor allem zwei Dinge: Die Wertschätzung für die Leistungen, die das kantonale Personal in den vergangenen Monaten in der Corona-Pandemie erbracht hat, ist an einem geringen Ort. Und: Rasenmäher fahren will gelernt sein.

So mutet es doch befremdlich an, dass die GLP zwar sparen will, aber willkürlich – so scheint es – einzelne Leistungsgruppen dann doch wieder ausklammert.

So sind von ihrem Rasenmäher die Volksschulen nicht betroffen, die Mittelschulen aber schon. Bei der Polizei wollen die Grünliberalen auch nicht sparen. Und eigentlich unterstützt die GLP in der Leistungsgruppe 8500 einen Budgetverschlechterungsantrag für die AG Klima im AWEL – dort sollen drei zusätzliche Stellen mit Kosten von rund 450'000 CHF geschaffen werden. Aber gleichzeitig soll mit dem Rasenmäher dann wieder 290'000 CHF gekürzt werden. Ja was denn nun, GLP? Wollt ihr eine AG Klima oder wollt ihr Rasenmäher fahren?

Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt und zeigt jeden Tag, wie wichtig eine gut funktionierende Infrastruktur und gut funktionierende Dienstleistungen sind, die auch solche ausserordentlichen Lagen aushalten – ob im Gesundheitswesen oder in den Schulen, ob bei der Polizei oder im Massnahmenvollzug, ob in der Verwaltung oder den Gerichten. Der öffentliche Dienst ist zentral für den Kanton und seine Bevölkerung – und die Arbeit der Angestellten ist entscheidend dafür, dass wir diese Krise gut überstehen. Mit hoher Flexibilität, oft mit einem mehrfachen Wechsel von Arbeitsplatz und Aufgaben, um den sich ständig ändernden Corona-Herausforderungen gerecht zu werden, leisten sie Tag für Tag ihren Dienst an der Öffentlichkeit.

Um diese öffentliche Versorgung aufrechtzuerhalten, braucht es motivierte Mitarbeitende, attraktive Anstellungsbedingungen, Weiterbildung und Umschulung auf neue Aufgaben usw. Seit Jahren hinkt der Kanton hier der Privatwirtschaft hinterher und der Abstand bei der Lohnentwicklung wird seit Jahren grösser statt kleiner.

Wie eingangs gesagt: Rasenmäher fahren will gelernt sein. Vielleicht versucht sich die GLP besser einmal am traditionellen «sensen» - da macht ihr weniger kaputt und seid zudem noch umweltfreundlicher unterwegs.

Die SP kümmert sich um die Umwelt – und um die Angestellten im Kanton Zürich. Denn eine gute, intakte Um- und Mitwelt erfordert gutes und genügend Personal: wir lehnen ab!

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