Entlassungen am Spital Uster

Von: Roland Brunner, VPOD-Sekretär Sektion ZH Kanton

Am Spital Uster werden 20 bis 25 Stellen abgebaut. Dies teilte CEO Andreas Greulich der Belegschaft am Dienstag in einem Schreiben mit. Als weitere Massnahme verhänge das Spital einen Einstellungsstopp.

«Momentan erreichen wir das geplante Budget nicht ganz», erklärt Greulich. In der ersten Jahreshälfte seien die Patientenzahlen vor allem im stationären Bereich im Vergleich zum Vorjahr markant zurückgegangen. Im Fokus stehen der Administrativ- und der Servicebereich. Aber auch medizinische Stellen sind in kleinerem Umfang betroffen.

Das Spital Uster kommt damit nicht zur Ruhe. Erst im vergangenen Herbst wurde es vom Kanton definitiv auf die Spitalliste gesetzt, nachdem es zuvor nur einen provisorischen Leistungsauftrag erhalten hatte. Im April folgte dann die Bekanntgabe eines negativen Jahresabschlusses von 5,2 Millionen Franken – dies, obwohl das Betriebsergebnis eigentlich positiv ausgefallen war und sich die Fallzahlen ebenfalls positiv entwickelt hatten. Verantwortlich für das Minus waren Abschreibungen aus den gescheiterten Umbauplänen.

Die definitive Zusage an Uster für die Spitalliste hatte die Gesundheitsdirektion im vergangenen September an drei Auflagen geknüpft: Das Spital muss die Fallkosten reduzieren, eine Ebitda-Marge, also einen Gewinn aus dem Kerngeschäft, von acht Prozent erreichen sowie das Eigenkapital erhöhen. Und zwar bis zum 31. Mai 2025.

Die Hoffnung von Personal und Bevölkerung, das Spital mit der an der Urne durch-gesetzten Privatisierung retten und sichern zu können, erweist sich als das, was der VPOD vorhergesagt hat: Schall und Rauch. Im Gegenteil: Durch die Privatisierung hat die Spitaldirektion erst recht freie Hand, mit den Angestellten nach eigenem Gutdünken Schalten und Walten zu können und das Spital auf Kosten der Angestellten rentabel zu machen. Aber solche Entlassungen geschehen nicht nur in Uster, sondern auch am USZ und an anderen Häusern. Insgesamt sind sie vor allem ein Beleg dafür, wie untragbar die heutige Finanzierung des Gesundheitswesens geworden ist.