Seit 2023 gewähren USZ, KSW, PUK und ipw ihrem Personal nicht mehr den gleichen Teuerungsausgleich, wie ihn der Kanton seinen Angestellten bezahlt. Die Lohntabellen driften auseinander und die Löhne der Spitalmitarbeiter:innen verlieren kontinuierlich an Kaufkraft. Die regionalen Verbände von Physioswiss, SBK, SHV und der Gewerkschaft VPOD verlangen, dass die Spitäler den Rückstand mit dem Teuerungsausgleich 2026 endlich wettmachen. Das Gesundheitspersonal verliert schweizweit die Geduld. Das zeigen der nationale Protest vom nächsten Samstag und aktuelle Streiks in der Romandie.
Die vier Kantonsspitäler hatten 2022 beim Regierungsrat erstritten, dass sie den jährlichen Teuerungsausgleich selbständig beschliessen dürfen. Der Regierungsrat wollte, dass die Betriebe als Reaktion auf den Fachkräftemangel bessere Bedingungen als der Kanton schaffen können (RRB-Nr. 815–818/2022). Wie von Gewerkschaft und Berufsverbänden befürchtet, taten sie das Gegenteil. 2025 gewährten KSW, PUK und ipw ihren Mitarbeiter:innen gar keinen Teuerungsausgleich und das USZ bloss 0.5% bei effektiv 1.1% Teuerung. Dafür erhielten die Spitäler im April 2025 von rund 2300 Angestellten einen Anti-Award und die dringende Bitte, den Null-Entscheid zu korrigieren. Die Spitalräte hatten dafür kein Gehör.
Rückstand beim Teuerungsausgleich fehlt im Portemonnaie
Die Betriebe sind damit zunehmend im Verzug gegenüber dem Kanton, der sich am Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) orientiert, jeweils am Stichtag 31. August (s. Tabelle im Download).
Bei der Auslagerung der vier Betriebe aus der kantonalen Verwaltung hatten diese ihrem Personal noch versprochen, es habe keinen Nachteil davon. Die Mitarbeiter:innen stellen seit Jahren fest, dass das nicht stimmt.
Lohn 2026 soll Rückstand aufholen
Der zunehmende Kaufkraftverlust bei den Mitarbeiter:innen ist inakzeptabel. Die Kantonsspitäler sollen ihren Rückstand beim Teuerungsausgleich mit Lohnanpassungen 2026 aufholen. Mit dem Ausgleich der Teuerung von 0.2% für 2026, soll das Personal auch den Verzug von 2023 bis 2025 erhalten. Insgesamt sind das 1.8% beim USZ, 2.3% beim KSW und je 2.4% bei PUK und ipw. (s. Tabelle).
Damit fahren die Angestellten noch immer schlechter, als wenn sie den vollen Teuerungsausgleich jeweils jährlich erhalten hätten. Und damit erhalten sie noch immer keine Reallohnerhöhung, sondern nur ihr bisheriger Verlust wird einigermassen wettgemacht.
Gesundheitspersonal verliert die Geduld
Die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen sind zunehmend ungesund. Schweizweit nimmt der Widerstand dagegen Fahrt auf. In der Romandie streikten gerade gestern viele Mitarbeiter:innen des Waadtländer Kantonsspitals CHUV in Lausanne.
Am nächsten Samstag, 22. November 2025 zeigen die Angestellten im Gesundheitswesen und ihre Sympathisant:innen in einem nationalen Protest vor dem Bundeshaus in Bern, dass die Zeit von blossem Applaus und leeren Lippenbekenntnissen vorbei ist.
| Downloads | ||
|---|---|---|
| 19.11.2025 | VPOD und Berufsverbände verlangen von Kantonsspitälern Nachholrunde beim Teuerungsausgleich | PDF (279.4 kB) |
