Tag der Pflege - Quizz

Schön, schaust du vorbei! Hier findest du die korrekten Antworten auf deine Fragen. Wir wollen damit zum Denken anregen und dich ermutigen, dich zu informieren und zu reklamieren, wenn etwas nicht stimmt.

Willst du mehr über deine Rechte wissen und lernen, dich besser zu wehren? Wir bieten «Fight for Your Rights Kurse» an. Bei Interesse melde dich bei


AUSBILDUNG

1.) Die Schweiz benötigt 6'000 Pflegende (dipl. Pflegefachmänner /-frauen) die ausgebildet werden. Wie viele werden jährlich tatsächlich ausgebildet?

Antwort: 3'000 werden tatsächlich ausgebildet. (Quelle: Bündnis Gesundheitspersonal zu SRF)
Erläuterung:

  • Die Ausbildung muss attraktiver gestaltet werden. Es ist eine Zweitausbildung und die Studierenden verdienen ca 1'200 Chf pro Monat.
  • Eine Arbeitsstelle in der Pflege ist abwechslungsreich, lehrreich, fordernd, schön, traurig, lustig und vor allem erfüllend. Es ist nie ausgelehnt – das trifft auf die Pflegeberufe zu!
  • Die Schere zwischen wie etwas in der Schule gelernt wird und wie es tatsächlich gelebt wird ist riesengross. Diese Schere muss geschlossen werden!


LOHN

2.) Bist du der Meinung, dass du für deine Arbeit angemessen bezahlt bist? Warum? Warum nicht?

Antwort: Individuelle Antwort
Erläuterung: Die Pflegeberufe werden nicht angemessen wertgeschätzt. Die Löhne entsprechen nicht den hohen Anforderungen und Belastungen der Tätigkeit. Hinzu kommt, dass viele aufgrund der hohen Belastung gezwungen sind Teilzeit zu arbeiten. Dadurch ist der Lohn nochmals tiefer.

Über den Lohnrechner des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes kannst du deinen Lohn mit anderen Branchen vergleichen: https://www.lohnrechner.ch/



ARBEITSZEIT

3a) und 4a) Wird die Zeit zum Umziehen bezahlt?

Antwort: Nein, bisher nicht.
Erläuterung:

  • Da das Tragen der Berufskleidung obligatorisch ist in vielen Spitälern, soll die Zeit, die zum Umziehen benötigt wird, auch bezahlt werden!
  • Bis zu 2 Wochen Arbeitszeit wird so den Arbeitnehmenden vorenthalten! Also bis zu einem halben Monatslohn!

Für die städtischen Angestellten laufen derzeit Verhandlungen (Stand 12.5.2021)
Weitere Infos: https://zuerich.vpod.ch/brennpunkte/umkleidezeit/


3.) Wie lange brauchst du um dich am Arbeitsplatz umzuziehen?

Antwort: Individuelle Antwort
Erläuterung: Infos unter: https://zuerich.vpod.ch/brennpunkte/umkleidezeit/


4.) Deine Schicht beginnt um 07:00 Uhr. Um welche Uhrzeit bist du im Spital?

Antwort: Individuelle Antwort
Erläuterung: Infos: https://zuerich.vpod.ch/brennpunkte/umkleidezeit/


5.) Wie lange darf ein Arbeitseinsatz höchstens dauern?

Antwort: Maximal 12 Std.
Erläuterung: Geregelt im AB PR Art. 174


6.) Wie viel Mal im Monat kommt es vor, dass du kurzfristig für eine Kolleg*in einspringst?

Antwort: Individuelle Antwort


6a.) Pflegekräfte reden oft vom «Einspringen», d. h. sie werden kurzfristig aufgerufen für einen Arbeitseinsatz, obschon sie laut Dienstplan frei hätten. Ist das rechtlich zulässig?

Antwort: Nur im Notfall
Erläuterung: Geregelt im AB PR Art. 165. Die Einsatzpläne sind den Angestellten in der Regel mindestens zwei Monate im Voraus bekannt zu geben. "im Notfall oder bei Personalengpässen" können kurzfristige Änderungen vorkommen, dürfen aber nicht die Normalität sein. Die Realität ist für die meisten Pflegenden häufig eine andere.


7.) Wie lange muss meine Pause pro Dienst laut Personalrecht sein?

Antwort:

  • Mind 30 min, zählt nicht als Arbeitszeit (unbezahlt), bei einem Dienst von mind. 6 Std.
  • 15 min bezahlt, soweit betrieblich möglich

Erläuterung: Geregelt in AB PR Art. 161


7a) Wie häufig kommt es vor, dass du deine gesetzlich vorgeschriebenen Pausen nicht einhalten kannst?

Antwort: Individuelle Antwort

8a) Zählt die Pause als Arbeitszeit, wenn ich währenddessen erreichbar sein muss oder wenn ich den Arbeitsplatz nicht verlassen kann?

Antwort: ja
Erläuterung: Geregelt in AB PR Art. 161


8.) Nimmst du währende deiner Pause das Geschäftstelefon mit? Warum?

Antwort: Individuelle Antwort



RECHT

9.) Welche rechtliche Grundlage regelt deine Anstellungsbedingungen? Wo findest du Informationen dazu?

Antwort:

  • Personalrecht der Stadt Zürich
  • Ausführungsbestimmungen zum Personalrecht

Erläuterung: Das Triemlispital / Waidspital ist kein rechtlich selbständiges Unternehmen, wie etwa das USZ, sondern Teil der städtischen Verwaltung. Wie alle städtischen Angestellten sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Stadtspitäler dem städtischen Personalrecht unterstellt. Neben dem Personalrecht gibt sogenannte Ausführungsbestimmungen zum Personalrecht. Sie gehen zu einzelnen Artikeln ins Detail. Das Personalrecht regelt wichtige Bestimmungen zu Ruhe- und wöchentlichen Höchstarbeitszeiten, zum Kündigungsschutz, aber auch zum Mitspracherecht der Angestellten oder zur Informationspflicht von Arbeitgebern.

Diese Rechtsgrundlagen sind öffentlich zugänglich auf der Webseite der Stadt Zürich.

Der VPOD kennt sich mit den einzelnen Bestimmungen aus und bietet Beratungen für seine Mitglieder.



VEREINBARKEIT BERUF/FAMILIE

10.) Warum arbeitet in der Pflege fast niemand 100 Prozent?

Antwort: Weil die Pflegenden dann nur noch selten 2 Tage am Stück frei haben und die Belastung zu gross, die Freizeit zu knapp wird.
Erläuterung: Häufige Wechsel zwischen Frühdienst, Spätdienst, geteilten Diensten und freien Tagen gehören für die Pflegenden zur Normalität. Der Grossteil des Pflegepersonals arbeitet Teilzeit: einerseits macht es die schwere körperliche und psychische Belastung fast unmöglich, dauerhaft Vollzeit zu arbeiten, andererseits zwingt die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie – insbesondere Frauen - zur Reduktion ihres Pensums. Die Folgen: es drohen während des gesamten Berufslebens deutliche Einkommenseinbussen und nach der Pensionierung massive Rentenlücken.

Es braucht daher kürzere Arbeitszeiten, ein volles Pensum muss zusammen mit weiteren Verpflichtungen möglich sein.

Weiterführende zu Care-Arbeit: Informationenhttps://vpod.ch/themen/care-arbeit/


11.) Wie viel im Voraus muss ich meinen Dienstplan erhalten?

Antwort: 2 Monate
Erläuterung: Geregelt in AB PR Art. 165. Die Einsatzpläne sind den Angestellten in der Regel mindestens zwei Monate im Voraus bekannt zu geben. Kurzfristige Änderungen aus betrieblichen oder persönlichen Gründen bleiben vorbehalten.


12.) Darf der Dienstplan darf ohne meine Mitsprache geändert werden?

Antwort: Nein, Wesentliche Änderungen und die Neuerarbeitung von Schichtplänen erfolgen unter Mitsprache des Personals.
Erläuterung: Geregelt in AB PR. Art.165


13.) Muss die Arbeitgeberin bei der Dienstplanung auf meine persönlichen Bedürfnisse und meine Gesundheit Rücksicht nehmen?

Antwort: Ja.
Erläuterung: Geregelt in AB PR Art. 169bis


14.) Mein Kind ist krank. Wie viele Tage darf ich für die Betreuung meines kranken Kindes bezahlt zu Hause bleiben?

Antwort: 3 Tage.
Erläuterung: Geregelt in AB PR Art. 129 g


15.) Warum hast du diesen Beruf gewählt? Kannst du deine Arbeit meistens so ausführen, wie du sie gelernt hast? Warum ja / nein?

Antwort: Individuelle Antwort



POLITIK

16.) Wann wurde in der Schweiz das Fallpauschalen-System (DRG) in den Spitälern eingeführt?

Antwort: 2012.
Erläuterung: Hier findest du ein paar weiterführende Infos: https://vpod.ch/themen/gesundheit/


16.1) Was war damals die Motivation der Befürworter*innen das System einzuführen?

Antwort: Effizienz, Kostensenkung, Wirtschaftlichkeit, Sparen
Erläuterung: Hier findest du ein paar weiterführende Infos: https://vpod.ch/themen/gesundheit/


16.2) Welche Konsequenzen hat das Fallpauschalen-System für die Arbeit mit den Patient*innen?

Antwort: Häufig führt es dazu, dass weniger Zeit am Bett bleibt und mehr administrative Arbeit anfällt. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Pflegetätigkeiten nicht mehr in ausreichender Qualität gleistet werden können. Die Pflegenden sind gestresster.
Erläuterung: Hier findest du ein paar weiterführende Infos: https://vpod.ch/themen/gesundheit/